Allgemeine Informationen

Professionelle Hilfe

Zögern Sie nicht, sich professionelle Hilfe zu suchen, wenn Sie bemerken, dass Sie Ihre Trauer nicht allein bewältigen können. Obwohl Trauer nach unserer Erfahrung ein natürlicher Prozess ist, können durch die Trauerreaktion durchaus andere tiefsitzende Probleme geweckt werden, die mit Hilfe von Außen besser aufgearbeitet werden können. Unabhängig von der Art des Hilfsangebots sollten Sie darauf achten, dass Sie sich bei dem Menschen, der Ihnen gegenüber sitzt, gut auf gehoben fühlen. Eine Therapie hat nur dann gute Erfolgschancen, wenn es auch auf der zwischenmenschlichen Ebene passt. 


Es gibt verschiedene Möglichkeiten, heilsame Unterstützung zu erfahren:

Psychologen / Psychotherapeuten


Sie können selbsttätig einen niedergelassenen Psychotherapeuten aufsuchen oder Ihr Frauen- oder Hausarzt kann Ihnen eine Überweisung schreiben. Die Kosten für die Behandlung übernimmt für die kassenärztlich zugelassenen Ärzte bzw. Psychologen die Krankenkasse.

Über die Seiten der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) können Sie einen Psychotherapeuten finden:

www.kbv.de

Kostenerstattung bei nicht kassenärztlich zugelassenen Psychotherapeuten:

Leider haben viele kassenärztlich zugelassene Psychotherapeuten eine längere Wartezeit. Wenn Sie erst nach mehreren Monaten einen Termin bei einem kassenärztlich zugelassenen Psychotherapeuten bekommen könnten, können Sie die Kosten der Behandlung durch einen nicht zugelassenen Therapeuten von den Kassen erstattet bekommen. Dieser sollte als Psychotherapeut approbiert sein und die von der Krankenkasse unterstützten Therapieformen anbieten. Psychotherapeutisch-tätige Heilpraktiker sind laut dem Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) meist davon ausgeschlossen. Näheres zu diesem Verfahren und viele weitere Informationen finden Sie hier:

www.bdp-verband.org

Heilpraktiker für Psychotherapie


Heilpraktiker für Psychotherapie haben den Vorteil, dass die Warteliste meist deutlich kürzer ist als bei niedergelassenen Therapeuten, allerdings werden die Leistungen in der Regel nicht von den Krankenkassen übernommen. Achten Sie hier darauf, dass Ihnen die angebotenen Therapieformen zusagen. Für verwaiste Eltern können zum Beispiel Traumatherapie oder systemische Therapieansätze sehr hilfreich sein.

Beratungszentren


Beratungszentren bieten nicht nur Hilfe in der Schwangerschaft, sondern auch beim Verlust des Kindes an. Auch wenn viele Beratungsstellen unter kirchlicher Trägerschaft sind, beraten alle unabhängig und konfessionsübergreifend.

Wenn Sie so schnell keinen Platz bei einem Psychotherapeuten bekommen können oder unsicher sind, ob Sie einen benötigen, können Ihnen die Berater in den Zentren in einem ersten Schritt sehr hilfreich sein. Wenn Sie merken, dass die Gespräche für Sie nicht ausreichend sind, können Sie sich dennoch um einen Platz bei einem Therapeuten bemühen, werden aber in der Wartezeit weiter betreut.

Donum vitae
www.donumvitae.org

pro familia
www.profamilia.de

Caritas
www.caritas.de

Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e.V. (SkF)
www.skf-zentrale.de

Diakonisches Werk
www.diakonie.de

Trauerbegleiter


Leider gibt es in Deutschland bisher keine geschützte Berufsbezeichnung für Trauerbegleiter. Das liegt daran, dass es auch keine einheitlichen Ausbildungs- und Qualitätsstandards in der Ausbildung der Trauerbegleiter gibt.

Der Bundesverband Trauerbegleitung e.V. (BVT) versucht Ausbildungs- und Qualitätsstandards zu definieren und durchzusetzen. Er nimmt neue Mitglieder nur nach Prüfung ihres Ausbildungsstandards und Werdegangs auf. Außerdem müssen die Mitgliedschaftsanwärter nachweisen, dass sie in der Begleitung Trauernder aktiv sind. Die Mitglieder des BVT verpflichten sich, jährliche Supervisionen und Fortbildungen in Trauerbegleitung zu absolvieren und nachzuweisen.

Auf den Seiten des BVT sind die Vereinsmitglieder nach Bundesland auffindbar: www.bv-trauerbegleitung.de

Die Liste des BVT ist leider für einige Regionen noch recht kurz. Frisch betroffene Eltern sollten sich in dieser verletzlichen Zeit nicht völlig blind auf einen Trauerbegleiter einlassen und selbst die Qualifikation eines  Trauerbegleiters überprüfen. Vorab im Internet - viele Trauerbegleiter haben bereits eine Webseite -, am besten jedoch in einem ersten persönlichen Gespräch.

Wichtige Fragen sind:

Wer war der Ausbilder?
Welche Qualifikationen wurden erreicht und auf welchem Weg  erworben
(mehrjährige Ausbildung oder Wochenendseminar)?

Welche Erfahrungen hat die Person in der Begleitung der Trauernden?
Besondere Vorsicht ist dabei im esoterischen Bereich geboten!

Das Honorar der Trauerbegleiter bewegt sich etwa zwischen 30 EUR und 100 EUR pro Stunde.

Doch auch hier gilt, dass die Qualifikation allein nicht entscheidet, ob die Begleitung und das Angebot zu einem passen. Lassen Sie sich auch von Ihrem Gefühl leiten.

Kur-Kliniken


Es kann auch sinnvoll sein, in einer völlig anderen Umgebung unter Intensivbetreuung seine Trauer zu verarbeiten. Gemeint sind hier nicht die psychosomatischen Kliniken, sondern Kliniken, die gezielt Angebote für Trauernde (Familien) anbieten.

Diese Schwerpunktkuren im Bereich Trauer gibt es auch als Mutter/Vater-Kind-Kur, in denen auch verwaiste Geschwister mit einbezogen werden können. Eine spezielle Kur für Mütter nach einer Fehlgeburt bietet z. B. die Klinik Sellin an der Ostsee an:

Schwerpunktkur "Tautropfen": www.klinik-sellin.de


Hier können Sie andere geeignete Kliniken suchen:

www.muettergenesungswerk.de
Suchwort: Trauerverarbeitung

www.kurklinikverzeichnis.de
Rubrik: Trauerbewältigung

www.rehakliniken.de
Suchworte: Trauer Mutter

Trauer-Seminare


Der Besuch eines Trauerseminars kann wertvolle Weiterhilfe bei der Trauerarbeit sein. Betroffene Eltern können sich dort mit anderen Betroffenen austauschen und es können heilsame Techniken erlernt werden. Der Besuch mancher Seminare ist erst sinnvoll, wenn der Tod schon einige Zeit her ist, da dort meist sehr intensiv gearbeitet wird. Interessierte sollten dies vor Anmeldung nachfragen. Wenn wir in unserer Trauer „stecken geblieben∑ sind, können dort z. B. neue Impulse erfahren werden. Viele Trauerbegleiter bieten auch Trauerseminare mit sehr unterschiedlichen - auch kreativen - Herangehensweisen an.
Kontakte / Termine finden Sie auch in unseren Veranstaltungshinweisen und in unserer Linksammlung.

Anbieter von regelmäßigen organisierten Trauerseminaren aus dem Selbsthilfebereich für Eltern, die ein Kind verloren haben:

Initiative REGENBOGEN e.V. „Glücklose Schwangerschaft“ e.V.
Trauer-Workshops auf den Jahrestreffen

Bundesverband Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e.V.
Trauerseminare für Erwachsen und Familien in Bad Bevensen
www.veid.de

Trauerreisen


Es gibt auch Reisen für Trauernde, die durch professionelle Trauerbegleiter unterstützt sind. Es ist ratsam, früh zu buchen, da die Plätze oft begrenzt sind. Hier einige Beispiele:

Trauerreisen Martina Taruttis
www.traudichreisen.de

Trauerreisen von TUI
www.reiseinsleben.de

Wandern auf dem Jakobsweg
www.nureto.de

Segelreisen für Trauernde
www.care-and-sail.de